Don Camillo & Peppone (Tourproduktion)

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Don Camillo, der Pfarrer von Boscaccio, ist entsetzt. Vorwurfsvoll blickt er zum Kruzifix empor. «Wie konntest du das zulassen?» Jesus antwortet, so sei nun mal die Demokratie, schließlich hätten die Armen Gründe genug, einen kommunistischen Bürgermeister zu wählen.

So beginnt das heitere Musical über den Pfarrer Don Camillo und seinen Gegenspieler Peppone, den neuen Bürgermeister von Boscaccio. Es ist das Jahr 1947, und der Ort ist ein Dorf in der norditalienischen Poebene. In dem scheinbar verschlafenen Nest wird ein Streit ausgetragen zwischen den tradierten Werten und den Idealen einer sozialen Revolution. Nicht einmal Jesus kann den aufgebrachten Pfarrer besänftigen. Im zurückliegenden Krieg hat er, anders als andere Kleriker, als Partisan gegen die Faschisten gekämpft. Jetzt wird er Peppone und seine Genossen bekämpfen. Notfalls mit dem Gewehr, das er in der Sakristei versteckt hat.

Der neue Bürgermeister ist für Don Camillo kein Unbekannter. Im Widerstand gegen die überwundene Diktatur stand er sogar an seiner Seite. Doch Peppones politische Richtung lehnt er entschieden ab. Ähnlich entschieden ist die Haltung seines Gegners. Peppone hält sich für den Repräsentanten einer neuen, besseren Zeit. Er kämpft für eine bessere Welt, auch wenn die Schlagworte der kommunistischen Partei sich im Wortschatz dieses einfachen Mannes seltsam ausnehmen. Die Kirche betrachtet er als finstere Macht, die den Fortschritt aufhält.

So treten sie gegeneinander an: listenreich und wortgewandt der eine, sturköpfig und unnachgiebig der andere. Auf der Seite Don Camillos stehen die reichen Gutsbesitzer und konservativen Kirchgänger, hinter Peppone die armen Lohnarbeiter und die fortschrittliche Intelligenz. Die einen verachten die anderen, und nicht selten wird aus Verachtung blanker Hass.

Solange es nur um Worte, Ideen und Ansprüche geht, sorgt der Streit nur für Unfrieden im Ort. Doch eine verheerende Überschwemmung macht deutlich, dass man im Notfall aufeinander angewiesen ist. Und als bald darauf ein Streik den gesamten Viehbestand zu vernichten droht, erkennen Don Camillo und Peppone, dass die bedingungslose Konfrontation das Dorf ins Elend stürzen wird.

Zum wirklichen Umdenken führt aber erst ein junges Liebespaar. Gina, die Tochter des Grundbesitzers Filotti, liebt Mariolino, den Sohn des armen Brusco. Es ist die klassische Romeo-und-Julia-Geschichte: Zwei verfeindete Familien versuchen mit allen Mitteln die Verbindung ihrer Kinder zu verhindern. Man weiß, wie das bei Shakespeare endet. Auch in diesem Fall sehen die Liebenden keinen anderen Ausweg, als den gemeinsamen Tod. Zum Glück erfahren Don Camillo und Peppone rechtzeitig, dass die beiden ins Wasser gehen wollen. Sie alarmieren die Bewohner des Orts, und gemeinsam spürt die Dorfgemeinschaft im allerletzten Moment das verzweifelte Paar auf. Der Schock führt zur Einsicht. Weder Don Camillo noch Peppone wird Boscaccio je ganz gehören. Statt einander zu bekämpfen, wird man sich wohl verständigen und einander ertragen müssen. Die Hochzeit von Gina und Mariolino beendet nicht allen Streit im Dorf. Aber sie wird ein Fest der Toleranz, das die Bewohner gemeinsam feiern. 

Alle Bewertungen Bewertungen
  • 5. Oktober 2016

    4 Sterne

    Eine wirklich gelungene und authentische Produktion. Das Bühnenbild verdient definitiv volle fünf Sterne. Der klassische Orchestergraben wird aufgehoben und das Orchester wird direkt ins Bühnenbild mit eingegliedert. Anstelle des Grabens gibt es ein Flussbecken, mit Wasser gefüllt wohlgemerkt. Ein kleines Dorf, das langsam zerfällt und eine Kirche, die ins Wanken gerät - auch dies wurde wundervoll umgesetzt. Trotz des fortschreitenden Verfalls wurde viel Wert auf warme Farbtöne gelegt sowie viele kleine authentische Details an Hausmauern und Wänden. Das Kostümbild wurde historisch angelegt und passt wunderbar ins Bühnenbild. Alle Farben sind harmonisch aufeinander abgestimmt und unterstreichen die warme Atmosphäre. Auch bei den Requisiten wurde viel Wert darauf gelegt, diese so authentisch wie möglich zu halten. Die Cast wurde perfekt zusammengestellt und konnte durch und durch überzeugen. Besonders Andreas Lichtenberger leistet fantastische Arbeit mit seinem Don Camillo und war verantwortlich für diverse Lachsalven im Publikum. Den Choreografien wurden häufig eine humorvolle Note verliehen, was besonders gut zur allgemeinen Stimmung des Musicals passt. Jede Choreografie wurde individuell gestaltet, mit unterschiedlichen Stilen gemixt und trägt viel zur Authentizität des Stückes bei. Das romantische Highlight des Stückes ist wohl der Kuss zwischen dem Tod/Mariolino und der alten Gina. Für erfahrene Musicalkenner wird dies schon fast zu einem Gänsehaut-Moment, wenn man bedenkt, das dieser Kuss zwischen einem ehemaligen Lucheni-Darsteller und ehemaligen Elisabeth-Darstellerin erfolgt. Allein die Musik vermochte nicht zu hundert Prozent zu überzeugen. Nur wenige Melodien bleiben im Ohr und vor allem die Balladen waren nichts aussergewöhnliches. Aus diesem Grund "nur" vier Sterne.

  • 12. September 2016

    5 Sterne

    Ein ganz starkes Musical! Die Besetzung ist wirklich allererste Sahne,ganz besonders hervorzuheben ist Maya Hakvoort als alte Gina und Andreas Lichtenberger als Don Camillo!! Ebenfalls ist die Musik wirklich sehr eingängig und es wird keine Sekunde langweilig!! Da kann sich die Stage wirklich mal was abschauen.Ein ganz grosses Lob an das Theater St.Gallen!!Nicht verpassen und anschauen.Von mir gibt's ebenfalls die volle Sternenzahl, alleine schon wegen dieser super tollen Besetzung!!

  • 12. Juni 2016

    5 Sterne

    Ich schreibe gerne die erste Kritik auf musicalfreunde für dieses wahnsinnige, geniale Musical! Das Bühnenbild ist einfach gehalten und genau richtig eingesetzt und versetzt einem in die richtige Atmosphäre, ins alte Italien. Die Choreos gefallen und erinnern manchmal an andere Musicals, was aber nicht weiter stört. Die Kostüme sind toll gewählt und wirken sehr gut. Die Darsteller geben alles und bringen Komik, das schwere Thema des Stücks sowie den roten Faden wundervoll in Schwung. Das Stück ist durchkomponiert, was keine Lücken zulässt und die Übergänge fliessig ablaufen lässt. Die Stimmen sind wundervoll und harmonieren perfekt miteinander! Die Hauptdarsteller sind wunderbar besetzt und ich könnte mir niemand anderen vorstellen als Don Camillo (Andreas Lichtenberger), welcher mit seiner Mimik und Gestik sowie seiner Körperhaltung einfach absolute spitze ist! Auch Peppone (Frank Winkels) gibt den Widersacher überzeugend und die zwei spielen nicht auf der Bühne, sondern sind Don Camillo & Peppone. Natürlich ist auch WAM mit seinen Komikelementen genial besetzt. Die alte Gina, welche von Maya Hakvoort gespielt wird, führt durch die Geschichte mit ihren wunderbar sanften Lieder, was die Handlung vorantreibt. Femke Soetenga gibt eine tolle Lehrerin und der ganze Rest des Ensembles ist bis ins letzte Detail ausgearbeitet. Ich werde mir das Stück sicher noch ein zweites mal anschauen und die Zusatzvorstellung in der ersten Spielsaison spricht ja auch für sich. Absolut 5 Sterne verdient!

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